*Jan Scheirs

AKTUELLE AUSSTELLUNG JAN SCHEIRS OKT 2015 – Info HIER
„Die respektvolle Interpretation von Géricault durch Jan Scheirs
mit seinem neuen Bild DAS FLOSS VON LAMPEDUSA
gibt der Gegenwart ein Verstehen der Vielschichtigkeit
des jeden in Europa bewegenden Dramas
und wird zum mahnenden Symbol
der notwendigen Rettung.“
BBE-SWB

Foto1

VERFÜHRUNG UND BEDROHUNG

JAN SCHEIRS – ANTWERPEN / Belgien (Autor: BBL)

Jung und strahlend, den Freuden und Genüssen des Lebens offen und diese in vollen Zügen genießend, begegnete mir Jan Scheirs erstmals 1997 in Antwerpen. Der junge Schauspielschüler, der damals bereits seiner Malerei viel Platz in seinem Leben einräumte, wurde zum gern gesehenen Gast und Gesprächspartner. In diesen Gesprächen, oft in größerer Runde, bemerkte man schnell, dass sich hinter dem leuchtenden Lächeln ein höchst sensibler, ja – fragiler – Mensch verbarg, der seine Umwelt auf das Genaueste beobachtete und geradezu alles, was er wahrnahm, hinterfragte.

A_Jan_Scheirs
Jan Scheirs 2011 – copyright Daniel Suy BXLLS

Wer im Dunkeln wandelt… lautet der Titel einer ab dem 23. Januar 2014 in der Galerie SANSVOIX, Leipzig zu sehenden Retrospektive der Bilder, die seit dieser Begegnung entstanden. In den vergangenen 15 Jahren hat sich Scheirs vollkommen auf die Malerei verlegt. Während er einerseits teilnahm am burlesken Leben seiner heutigen Heimatstadt Antwerpen, die von geradezu südländischer Lebensfreude beherrscht zugleich Symbol des belgischen Dilemmas ist, verloren sich die Gedanken des Künstlers geradezu bis hin zur hilflosen Verzweiflung in die erfühlten und erkannten, ihn umgebenden Tragödien. „Zwischen Champagner und Depression“ hätte man diesen, sich im Bildwerk Jan Scheirs zu vereinen suchenden Widerspruch auch nennen können.

Foto 4   Foto 3 MURAL – Öffentliches Wandgemälde von Jan Scheirs in Antwerpen

Antworten gibt Jan Scheirs nicht! Aber – die unglaubliche Kraft seiner Bilder, die der mittlerweile 40jährige auch körperlich ausstrahlt, begeistert inzwischen das „who is who“ der belgischen Kunstwelt. Und so verwundert es nicht, dass nun auch über die Grenzen des kleinen, und doch so großen Landes hinaus, das Interesse an den tiefgründigen Werken nach Ausstellungen ruft. Trotz des erheblichen Wandels und der wachsenden Verfeinerung des Werkes zieht sich ein klarer Ausdruck wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk.

Foto 5 Erste Ausstellung in Deutschland 2012, CAFÉ DES ARTISTES, BERLIN

Pier Vegner-Tosta (Kurator der Leipziger Ausstellung) schreibt:
„Beim ersten Eindruck fühlt man sich angezogen von Scheirs Verbundenheit mit der klassischen flämischen Bildtradition, die der Künstler geschickt mit expressionistischem Zitatwerk vermengt. Aber je länger man die Gemälde betrachtet, umso mehr wird man vereinnahmt von den hypnotisierenden Farben und der Üppigkeit des Dargestellten.
Es ist nicht das Ziel von Scheirs Schilderungen, geradlinig oder kontrovers zu sein; vielmehr werden Wechselbeziehungen auf verschiedenen Ebenen hergestellt: Ein geheimnisvolles Szenario wirkt plötzlich wie ein familiäres Ereignis – bedrückender Spott wandelt sich zu erleichterndem Humor oder dramatischer Ironie.“

Foto 10 RED STAR LINE; Berliner Ausstellung

Und kaum anders urteilt Henri-Floris Jespers, Ehrenpräsidenten des flämischen Schriftstellerverbandes [Vereniging voor Vlaamse Letterkundigen],
der in seinem Schlusswort des zur Leipziger Ausstellung erscheinenden Kataloges zusammenfasst:
„Die Grundlage des faszinierenden belgischen Epos von Jan Scheirs formt sich aus (archetypischen) Bildern und spontanen, un(ter)bewusst geweckten Assoziationen. In breiten, erzählenden Kompositionen macht er mitunter bewusst und mit Wollust Gebrauch von Elementen der flämischen Bildtradition und des (deutschen) Expressionismus, um seine Geschichten vorzustellen; derweil Scheirs in mehr kontemplativen Momenten ( unter anderem in den Bildern „Austerndilemma“) intuitiv die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion abtastet. Die ironische, aber nicht weniger programmatische Hommage an Broodthaers macht es sofort deutlich: BELGISCH – in der Tat. Universell betrachtet illustrieren die meistenteils erzählenden Werke Scheirs nicht mehr und nicht weniger als das Theater der Welt.“

Foto 2AUSTERNDILEMMA in blau

Im Jahre 2012 erreichte Jan Scheirs mit seiner Ausstellung JUSTIZ-WERK IST MENSCHENWERK große Aufmerksamkeit. Wir erlauben uns, den Link zu einem in Flämisch gegebenen Kurz-Interview hier einzubinden, damit man sich einen ersten Eindruck vom Künstler verschaffen kann.

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Ausstellung 2012, JUSTIZPALAST Antwerpen

Video mit Jan Scheirs http://www.youtube.com/watch?v=DGx0Gpkah68

Weiterführende Links:

Jan Scheirs: http://www.scheirs.com

Galerie SansVOIX http://www.sansvoix.de

Henri-Floris Jespers:

Blog: http://mededelingen.over-blog.com

und: http://caira.over-blog.com

Ausstellung Leipzig:

http://www.servicewerk-berlin.de/artpr/scheirs/slider/index.htm

Der Katalog ist für 15,- Euro beim Künstler, bei der Galerie SansVOIX und hier bestellbar.

Foto 12

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